Tom Dreibrodt M.A. - Lizenzierter NLP-Coach, zertifizierter Hypnose-Coach

07.01.2024

Ich darf an dieser Stelle darf Blog nutzen, um mein aktuelles Buch ausführlicher vorzustellen.


Das Buch entstand von Juli 2022 bis Februar 2023, somit genau in der 'Endphase' meiner Psychotherapie, die im Mai 2020 begann und im November 2022 endete.

In dieser Zeit begann ich für mich das Thema 'Depression' aus der Tabu-Ecke zu holen und redete offen über meine 'Herausforderung'. Ich hatte mir schon damals angewöhnt, meine Depression nicht als Krankheit, sondern als 'Herausforderung' zu bezeichnen. Die 'Herausforderung' schaffte ein wenig Distanz zum Krankheitsbild Depression und half mir, offener damit umzugehen.

Ich sprach also zum Ende meiner Psychotherapie offen über meine Depression.

Ich nannte auch das Kind beim Namen: "Ja ich leider unter einer Depression".


Die Auseinandersetzung mit meiner eigenen Depressionen brachte mir Verständnis über meine Herausforderung. Verständnis führte zu Erkenntnis. Erkenntnis führte zu Strategien, der Herausforderung zu begegnen.

Immer wieder stieß ich auf das Thema Depression als Tabu, auf die Angst, offen mit der eigenen Erkrankung umzugehen.

Betroffene, die offen mit ihrer Herausforderung umgehen, sehen sich mit einer Flut an Un- oder Missverständnissen konfrontiert, die sich nicht selten gängiger Klischees von psychischen Erkrankungen bedienen. Angefangen beim Herunterspielen der Herausforderung bis hin zum Verleugnen der Depression als anerkannte Krankheit.


Offen mit diesem Tabu-Thema umzugehen hat mir sehr gut getan. Es war sehr befreiend und brachte mich einen großen Schritt in Richtung 'besser  fühlen'. Damals wagte ich mich noch nicht an den Begriff der 'Normalität'.


Mir ging es damit sehr gut. Ich hatte das Gefühl, mich nicht mehr verstecken zu müssen. Endlich raus aus der vermaledeiten Tabu- oder Stigma-Zone. Ich habe mich langsam getraut, über das Thema zu sprechen,  und habe festgestellt, dass das Reden über meine Herausforderung mir sehr, sehr hilft…


Bis ich auf die ersten Reaktionen stieß. 


"Kopf hoch."

"Das wird schon wieder."

"Morgen ist ein neuer Tag."

"Das ist doch nicht so schlimm."


Sicher, dies war alles sehr lieb und wohlwollend gemeint.  Und auch so naiv und unwissend. Ich dachte mir nur: Wie soll ich den 'Kopf hoch kriegen'? Ich habe nicht das Gefühl, dass es von alleine 'schon wieder wird'. Und der 'neue Tag morgen' ist in meiner Welt genau so schlimm und trostlos wie heute. 'Das ist doch nicht so schlimm.' Nein, in meiner Welt war es zu dem Zeitpunkt noch so unendlich schlimmer. Auch ohne darüber nachzudenken, was das 'Das' ist, was nicht so schlimm seien soll.

Im Großen und Ganzen eine 'What the fuck'-Erfahrung. Ich mache keinem Menschen einen Vorwurf. Wer den Zustand ‘Depression’ nicht erlebt hat, kann nicht mitreden.


Ein großes Phänomen, mit dem sich die Betroffenen konfrontiert sahen, waren gut gemeinte Hinweise und Ratschläge nicht betroffener Menschen.

Also begann ich recherchieren, ob noch andere Betroffenen da draußen ähnliche Erfahrungen  mit ‘gut gemeinten’ Sätzen oder Sprüchen gesammelt haben, stieß ich auf immenses Feedback. Mit der Erfahrung der ‘wohl gemeinten Ratschläge war ich offensichtlich nicht alleine. Die Idee zu dem Buch war geboren.


Einem an Depression erkrankten Menschen ein: "Reiß dich doch endlich zusammen!", an den Kopf zu werfen, ist für den Betroffenen allein deshalb schon verletzend, weil dies für ihn im Moment einfach nicht umzusetzen ist. Und der Nicht-Betroffene pflegt ohne böse Absicht einen gewissen Abstand zu dem Thema Depression. Durch fehlende Sachkenntnisse über diese immer noch sträflich unterschätzte Krankheit werden aus Unwissenheit gerne Klischees psychischer Erkrankungen heraufbeschworen. Eine Depression sei doch "keine richtige Krankheit", viele andere Menschen "sind auch mal traurig" oder haben einen "schlechten Tag". Diese Klischees gehen einher mit meist sehr ungenauen oder cartoonhaften Vorstellungen von Psychiatern oder Psychotherapie.

Nicht selten sind diese Sprüche oder Ratschläge von Nicht-Betroffenen in Ihrer Landkarte der Welt gut gemeint. Leider gehen sie in vielen Fällen schlichtweg nach hinten los.

Über 200 dieser gut gemeinten Sprüche gegenüber Betroffenen habe ich in meinem Buch gesammelt und passende Antworten formuliert. Mal frech, mal empört, mal wohlwollend.


Für wen ist dieses Buch?


Mein Buch wendet sich an Betroffene und Außenstehende. Meine Botschaft an die depressiven Menschen da draußen: Denkt bitte daran, die Außenstehenden um Dich herum meinen es nicht böse. Sie wissen weder, was du durchmachst, noch verstehen sie Deine Herausforderung. 

Für die Nicht-Betroffenen: Mit teils recht frechen Antworten auf Sprüche wie: "Morgen sieht die Welt ganz anders aus", möchten Dir helfen, die Situation deines depressiven Gegenübers besser zu verstehen, diesen Menschen und das, was er gerade durchlebt, besser zu begreifen.

Dein Gegenüber hat all seinen Mut zusammengenommen und Dir von seiner Herausforderung erzählt. Diese Krankheit wird immer noch tabuisiert, daher erfordert das Sprechen darüber schon eine großzügige Portion Mut. Für einen depressiven Menschen ist dies ein großer Schritt. 


Im Folgenden habe ich für Dich einfach einmal fünf 'Dumme Sprüche’ gegenüber depressiven Menschen und die entsprechenden Antworten aus meinem Buch zusammengestellt.


Dumme Sprüche gegenüber Menschen mit Depressionen


Dummer Spruch: Das ist doch nur in deinem Kopf.

Meine Antwort: Ja! Wo denn sonst? In meinem Hintern? Der Gedanke ist schon sehr verführerisch. Manchmal weiß ich nicht, wo sich die Scheiße wohler fühlt. Im Kopf oder im Hintern. Wenn die Scheiße nur im Hintern wäre, hätte ich Klarheit. Auf jeden Fall hatte ich noch kein MRT von meinem Hintern mit dem Befund: "Sie haben eine verkapselte Depression im Dickdarm." Kann ja noch kommen.


Dummer Spruch: Depressive? Das sind doch die, die sich vor den Zug werfen.

Meine Antwort: Nein, nur circa 6% aller Menschen, die an einer Depression erkrankt sind. In Deutschland wird die Anzahl der an Depression erkrankten Menschen auf 8,2% der Bevölkerung geschätzt. Das sind 5,3Millionen Menschen. Statistisch begehen davon 6% Suizid. Das sind verdammt viele Menschen.

Das sind Menschen, die keine Hoffnung mehr hatten und keinen anderen Ausweg sahen, als ihr Leben zu beenden.

Menschen, denen hätte geholfen werden können, hätten sie Hilfe gesucht. Oder hätte es Hilfe für sie gegeben.

Ja, wir Depressive schmeißen uns gerne vor den Zug, wenn es auf Netflix zu langweilig wird.

Tust du mir einen Gefallen bezüglich deines Kommentars?

"Shut the fuck up!"


Dummer Spruch: Mach dir doch erst mal einen Tee.

Meine Antwort: Jau! Lavendeltee und Melissentee sind international anerkannte Heilmittel gegen Depression. Und die gibt es sogar noch rezeptfrei in jedem Supermarkt. Nur: Das wissen die ganzen Depressiven da draußen nicht. Deshalb gibt es so viele von ihnen. Genau. Weil sie keinen Tee trinken. Mit dieser Aufforderung zu einem Sit-in bei vielen exotischen Teesorten ist keinem Menschen mit einer Herausforderung geholfen.


Dummer Spruch: Jeder hat mal einen schlechten Tag.

Meine Antwort:Einen schlechten Tag? Wirklich einen? Ich habe seit 5 Jahren, 6 Monaten und 13 Tagen einen schlechten Tag. Und diese schlechten Tage verlaufen anders als bei dir. Vielleicht hattest du heute Morgen Verstopfung oder deine Kaffeesahne war schlecht und ist geronnen. Vielleicht kommt heute dein Amazon-Paket nicht, obwohl es angekündigt war. Es kann ja auch sein, dass dein Waldmeistereis bei REWE ausverkauft ist und dein bester Kumpel dich zwingt, abends mit ihm einen Roland-Emmerich-Film anzuschauen.

Ja, das mag für dich ein schlechter Tag sein. In der Welt meiner Herausforderung sind das Nichtigkeiten, die ich nicht einmal wahrnehme.

Meine Herausforderung ist eine Krankheit, keine schlechte Laune.


Dummer Spruch: Nimm doch mal ein heisses Bad.

Meine Antwort: Bisher noch unentdeckte Heilmittel gegen Depression im Handbuch der 'Simplen Maßnahmen gegen psychische Erkrankungen'. Seite 217: 'Ein heißes Bad nehmen.' Füge dem Badewasser etwas Lavendelöl hinzu. Zwinge den Patienten zur Not unter Androhung von körperlicher Gewalt in die heiße Badewanne und warte ab, wie sich die psychische Erkrankung vom Körper des Depressiven löst und wie Fettaugen in einer Hühnersuppe auf dem Badewasser schwimmt. Jetzt werden die treibenden Depressionsstoffe einfach mit einer Kelle abgeschöpft, sodass der Patient komplett geheilt dem Bade entsteigen kann.

Mist, warum bleibt dieses Geheimwissen den Betroffenen nur meist verborgen?


Das war nur aus kurzer Auszug aus 220 'Dummen Sprüchen’ und den passenden Antworten darauf.


Das Buch könnt ihr online und im stationären Handel bestellen. Alle Weiteren Infos bekommt ihr im Link am Ende des Textes. Ihr könnt das Buch als eBook oder als gedruckte Ausgabe erhalten. Ich empfehle euch die gedruckte Ausgabe. Sie ist einfach schöner und sieht besser aus. Damit das eBook auf allen handelsüblichen eBook-Reader lesbar bleibt, musste ich zu viele Kompromisse eingehen. Mein Fazit: Mein nächstes Buch wird definitiv nicht als eBook erscheinen.


Ihr dürft das Buch auch gerne direkt bei mir bestellen. Das Autorenherz freut sich über jede Direktbestellung, ohne dass sich Verlag und Versandhändler circa 80 Prozent des Verkaufspreises in die Tasche stecken.


Hier geht es zum Buch.

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